Katzen schwatzen mit Mozart und Strauss

Sonntag, 13. Sep. 2026 | Katzen Schwatzen

Liebe Katzen, liebe Kater! Liebe Menschen!

Ich bins! Doc Michel, Geheimagent 007Dreiviertel, Sternen-Kater und wie immer derjenige, ohne den hier gar nichts läuft. 🌌✨ Heute begrüße ich zwei ganz besondere Gäste: Mozart und Strauss von @whiskys_paw_symphony — rumänische Komponisten-Kater aus Bistrița, gerettet von den heldenhaften Menschen der @katzenausbistrita, und nun sicher in Deutschland angekommen. Ihr Accountname trägt den eines Katers, der gegangen ist und doch geblieben ist. Whisky und ich kennen uns. Mehr verrate ich nicht — Sternen-Protokoll. 💫 Lauserin Lucy ist heute wegen dringender Geschäfte leider nicht mit dabei, was uns alle schmerzt. Herr Rossi, Lilli und ich haben trotzdem alles im Griff. Auf geht's, ihr Komponisten!

Steigen wir gleich mal ein! Strauss, ihr beide seid als Straßenkater in Rumänien auf die Welt gekommen und habt dort gelernt, euch selbst zu versorgen. Jetzt lebt ihr in deutschen Wohnzimmern mit warmem Napf und fester Mama. Wohl eine Revolution des Herzens. Wie fühlt sich eigentlich Zugehörigkeit an, wenn man sie lange nicht kannte?

Herr Rossi

Danke Herr Rossi! Noch weniger als ein warmes Wohnzimmer hätte ich mir in Rumänien vorstellen können, jemals interviewt zu werden. Ich fühle mich sehr geehrt! -
Ich bin natürlich sehr glücklich über die Chance eines festen Zuhauses. Es ist das erste Mal in meinem Leben (und ich bin schon 10), dass ich wirklich durchatmen kann. Wir rumänischen Strassenkatzen haben als Kitten oft in Familien gelebt und wurden erst rausgeschmissen, als wir erwachsen wurden. Eine sehr merkwürdige Art der menschlichen Belustigung, Baby-Katzen gerne zu mögen, aber Kastration und Dauerliebe abzulehnen. Für uns ein großer Schmerz. Wir haben die Geborgenheit kennengelernt und streifen danach umher, verzweifelt auf der Suche, diese wiederzufinden. Manche von uns haben das Glück, wenigstens für ein paar Stunden etwas davon zu ergaunern. So konnte ich zum Beispiel regelmäßig in einem Second-Hand-Laden einkehren. Die Frau dort hat dann auch dafür gesorgt, dass ich vom Tierschutz betreut wurde. Mein Bruder Mozart durfte manchmal in einer Kfz-Werkstatt ruhen. Nun, da wir in Fürsorge und Sicherheit angekommen sind, wissen wir das natürlich ungemein zu schätzen und sind sehr dankbar. Das eint uns vermutlich mit allen geretteten Strassenkatzen dieser Welt, egal wo.

Strauss

Purrr... ich sende diese Frage direkt durch den Sternen-Kanal, weil ich, Doc Michel, Geheimagent 007 Dreiviertel, aus verlässlichen kosmischen Quellen weiß, dass die Reise aus Rumänien nach Deutschland keine kleine Sache war. 🌌 Was habt ihr gedacht, als die Transportbox sich endlich geöffnet hat und ihr zum ersten Mal euer neues Zuhause gerochen habt? Könnt ihr das beschreiben?

Michel
Geheimagent 007/Dreiviertel

Zunächst möchte ich erzählen, dass wir nicht ganz unvorbereitet waren. Unsere Meowmy kann Tierkommunikation und schwört auf diese, wenn es um Vergesellschaftung geht. Wir wurden beide vorher gefragt, ob wir es uns vorstellen könnten, hierher zu kommen und ob wir die weite Reise auf uns nehmen wollen. Ebenso wurden die vorhandenen Kater gefragt. Ich habe also quasi den Strauss „genehmigt" und der Whisky mich. Trotzdem hast Du natürlich Recht, Michel, die Reise ist sehr lang. Bei mir waren es 33, beim Strauss sogar 37 Stunden, die wir in diesen Boxen ausharren mussten. Ich war vor der Reise nur ziemlich kurz drin, kam fast direkt von der Strasse. Ich war dem entsprechend total ausgehungert nach Wärme und Liebe. Ich habe deshalb direkt am ersten Abend und die ganzen Tage danach ständig in den Armen meiner neuen Meowmy gelegen und mich einfach über alles schnurrend gefreut. Der Strauss hatte eine komfortablere Situation. Er kam von einer Pflegestelle und hatte dort 10 Monate Zeit, sich zu sortieren. Er ist aus der Transportbox gestiegen und hat sich erst in unserem Spielzeugkorb und danach in dem frischen Katzenklo gewälzt. Die Menschen haben sich sehr darüber gewundert, aber mir war sofort klar: Der Typ ist clever, der will all den Angst- und Uringestank der letzten Stunden so schnell wie möglich loswerden. Ich bewundere ihn auch bis heute dafür, dass er offensichtlich in all den Stunden nicht einmal selbst auf die Toilette musste und sehr gepflegt hier ankam.

Mozart

Also ganz ehrlich, ich hätte gedacht, der Kollege hat wohl unterwegs eine schlechte Maus gefressen.
Rumänien klingt so weit weg und so abenteuerlich! 🐾 Was vermisst ihr davon, wenn überhaupt irgendwas? Und was ist das Allerbeste am deutschen Katzenleben, das ihr niemals mehr missen wollt?

Lilli

Ja Lilli, Rumänien ist ein Abenteuer. Für uns Vierbeiner leider oft eine ziemlich Hartes. Deshalb vermissen wir nicht all zu viel. Es gibt aber Dinge, die mir aufgrund der Lebensumstände gefehlt haben. So war ich fast ein Jahr in einer Pflegefamilie mit 10 anderen Katzen und 4 Hunden. Es war immer was los und ich hatte als Ältester oft Spaß mit den Youngsters. Dann kam ich hier an und der Mozart wollte erstmal nichts mit mir zu tun haben. Der hat einfach alle meine freundlichen Einladungen abgelehnt. Das war plötzlich recht einsam für mich. Auch weil der oft raus durfte und ich noch nicht. Da habe ich meine Pflegegeschwister schon vermisst und viele Stunden aus dem Fenster geschaut. Außerdem hatte unsere Meowmy uns getrennte Futterstellen eingerichtet und ich konnte gar nicht in Ruhe fressen in meiner Ecke. Erst als sie meinen Napf direkt neben Mozarts gestellt hat, war meine Welt endlich in Ordnung. Gemeinsam schmeckt es einfach besser! Und als ich schließlich auch wieder raus durfte, habe ich gemerkt, wie sehr mir die Spaziergänge gefehlt haben. Ich liebe es einfach, unterwegs zu sein und mache trotz fortgeschrittenem Alter so meine Kilometer. Diese gute deutsche Kombi aus warmen Zuhause, Liebe, vollen Näpfen und überschaubarer Freiheit möchte ich nicht mehr hergeben. Der Mozart vermisst aus Rumänien nichts, glaube ich. Vielleicht seine Alina, die ihn damals auf der Strasse versorgt und gerettet hat, aber der bekommt hier schon die Krise, wenn er mal zwei Stunden alleine in unserem Hof sein soll. Der geht kein Risiko mehr ein, dem sind der Ort und seine Menschen hier heilig.

Strauss

Das verstehe ich nur zu gut! Eine andere Frage: Euer Instagram Account trägt den Namen eines Katers, der nicht mehr da ist und doch irgendwie immer noch da ist. Wie bei unserem Michel. Der mischt auch noch überall mit, obwohl er bei den Sternen wohnt. Findet ihr das nicht komisch, na ja, offenbar ein wenig schwer zu erklären — oder eher selbstverständlich, dass ein Kater seinen Namen für immer hinterlässt?

Herr Rossi

Ich muss gestehen, dass das ein Zugeständnis an unsere Meowmy ist. Sie hatte ganz tapfer in die Zukunft geschaut und gesagt, sie wolle, dass wir unseren eigenen Namen hätten. Sie hatte schon @the_paw_symphony eigetippt, aber ich bin selbst sensibel und konnte sehen, wie sich ihre Augen dabei mit Tränen gefüllt haben. Da habe ich meine Pfote auf ihre Tatze gelegt und gesagt, dass sie das nicht tun muss, dass der Whisky bleiben darf. So kommt dieser etwas komplizierte und außergewöhnliche Name zustande. Da ich selbst auf der Strasse viel gemobbt wurde, muss ich auch sagen, dass der Whisky mein erster echter Freund war. So jemandem setzt man gerne ein Denkmal. Ich bin trotzdem sicher, dass die Zeit kommen wird, in der wir nochmal über unseren Accountnamen sprechen.

Mozart

Was soll das denn bedeuten? ich mische mich ein. Ohne mich würdet ihr da unten schließlich nicht klarkommen. Kommen wir jedoch zum Wesentlichen:

Ich stehe in engem Kontakt mit gewissen Seelen, die sich hier in der Anderswelt sehr wohlfühlen. Mehr sage ich nicht. 💫 Aber ich frage: Spürt ihr manchmal Whisky noch — irgendwo im Haus, an einem bestimmten Platz oder zu einer bestimmten Tageszeit?

Michel
Angeber

Ich habe den Whisky zu Lebzeiten ja nicht gekannt, aber ich muss sagen, er hat schon ganz schön große Pfotenabdrücke hinterlassen, die ich sehr achtsam und mit viel Respekt erkundet habe. Großzügig, wie er war, hat er mir einige seiner Gewohnheiten verraten und so mache ich ein paar Dinge genau so wie er, auf die der Mozart nie kommen würde. Unsere Meowmy ist dann immer sehr verwundert.
Zu meiner großen Freude hat er uns auch ein leckeres, abendliches Hühnchen-Ritual hinterlassen. Außerdem halten wir natürlich seinen Kirschbaum gemeinsam in Ehren.
Den Mozart sehe ich öfters an seinem Grab sitzen. Ich glaube, dann hält er einen Deep-Talk. Es ist okay für mich, dass ich noch nicht den gleichen Stellenwert habe wie der Whisky. Wir zwei Rumänen kennen einfach beide den schweren Geruch der Strasse. Der Whisky kam zwar aus dem Tierheim, war aber irgendwie heiler und heller als wir. Der kannte einfach das Böse nicht. Er war genau das, was ein traumatisierter Mozart dringend brauchte und ich hoffe, dass er seine liebevollen Pfoten noch lange über unseren kleinen Bruder hält. 🌟🐾💫

Strauss

Ich hab das mit den 14 Zähnen gelesen, Mozart, und ich muss das einfach fragen: Hast du danach wenigstens eine Schonfrist bekommen — oder hat die Meowmy gleich wieder Trockenfutter hingestellt?! Das würde mich sehr beschäftigen!! 😾 Unser Michel hatte ja NULL Zähne als wir und die Pawrents ihn adoptiert haben. Gefressen hat er alles wie ein Scheunendrescher.

Lilli

Liebe Lilli, das blödeste an den Zähnen war, dass das schmerzhafte Drama erst so spät erkannt wurde. Somit bin ich erstmal erleichtert, dass die raus sind. Da der Whisky auch keine Zähne mehr hatte, gab es hier schon immer hauptsächlich Nassfutter. Und vom Whisky weiß ich auch, dass es gar kein Hindernis ist, aus Gier oder Geschmacksgründen den Rest einfach zu schlingen, bzw. auf "den Felgen" zu kauen. Dabei fehlt mir allerdings derzeit noch etwas die Übung. Hier und da fällt noch was runter. Es sind übrigens nur alle Backenzähne raus und so sehe ich beim Lächeln noch ganz brauchbar aus. (Falls Du mal ein Date möchtest 😉).

Mozart

Ein Date mit Lilli? Unsere Lilli vom Garten ist eine ganz Wilde! Sieh dich vor!
Ach, Mozart. Du heißt nach einem Genie, das mit 35 schon fertig war, ihr wisst, was ich meine. Das gibt einem zu denken. Glaubst du, dass der Name Erwartungen weckt — oder nimmst du ihn einfach, wie er ist, und schläfst darauf?

Herr Rossi

Ich versuche die musikalischen Erwartungen zu erfüllen, indem ich jeden Tierarztbesuch und jedes versehentliche Eingesperrt-sein mit lauten, dramatischen Arien begleite. Ansonsten habe ich mit der Musik nicht so viel am Hut und meine Zweitnamen wie Stra-Mo oder Mozeletti sind mir ganz recht. Sowohl der Strauss als auch ich haben unsere Namen von den beiden Initiatorinnen der @katzenausbistrita, die uns versorgt und gerettet haben. Vielleicht dachten die beiden, dass sie uns mit diesen Namen eine große Zukunft ermöglichen? Dann wäre die Idee ja aufgegangen. Na, in jedem Fall haben wir uns entschieden, deren oft schwere Tierschutzarbeit zu ehren, indem wir die Namen weiterführen. Und ich schwöre: Dass der einzige andere Komponist von Bistrita ausgerechnet mein Bruder werden würde, war reiner Zufall. (Oder auch nicht, das müsstest Du mal den Michel da oben fragen).

Mozart

Blöde Frage Kumpel Rossi. Aber das kennen wir ja von dir!
Zufälle, Mozart, Zufälle gibt es nicht!
Weil ich der beste Geheimagent bin, der je durch ein Katziversum geschlüpft ist, muss ich noch unbedingt etwas wissen: Was ist euer geheimes Talent, das eure Meowmy bis heute nicht vollständig begriffen hat? Da gibt's sicher Infos für einen Special-Agent.🕵️

Michel
Special-Agent6

Heavenly Bro, Danke dass Du das fragst! Es gibt mir endlich die Gelegenheit von meinem fantastischen Orientierungssinn zu berichten. Ich liebe ausgeprägte Spaziergänge und ich bin ein versierter Wanderer. Über die Jahre habe ich viele Erfahrungen mit Menschen, Hunden, Autos gesammelt und finde mit Leichtigkeit zurück. Hier in Deutschland wurde mir nun aber dieser alberne Tracker umgehängt. Ich trage ihn aus Liebe zu der Frau hier, um mir diese mega Adoption nicht zu versauen, aber nötig habe ich den eigentlich nicht. Manchmal lege ich ihn irgendwo ab, als Übung für sie. Dann läuft sie los und sucht ihn. Wenn es dunkel wird geht sie auch los und sammelt mich ein, weil ich dann nach Zuhause kommen soll. Ganz so, als sei die Nacht gefährlich, als wäre es nicht die coolste Zeit für einen stolzen Kater. In dieser Zeit liegt noch so viel Potential! Und so viel Begabung von mir! Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Strauss

Echt jetzt. Was die Menschen immer haben mit drin in der Nacht. Meine sind da auch etwas merkwürdig. Ich liebe es, in der Nacht draußen zu sein. Aber ich liebe auch Schmeckies und abends werde ich immer mit Schmeckies rein gelockt. Oft eine schwierige Entscheidung, aber mein Appetit siegt meistens.
Okay, jetzt mal ehrlich zwischen uns Katzen: Wer von euch beiden ist eigentlich heimlich der Chef im Haus? Bitte keine Diplomatenpfoten, ich will die Wahrheit! 😸

Lilli

Ganz klar der Strauss. Nicht weil er es unbedingt sein will und sich vordrängelt, so ist der nicht, sondern weil ich bis heute, trotz meiner 5 Jahre, ein unsicheres Kitten in mir habe. Leider habe ich in Rumänien früh gelernt, dass es besser ist, unterwürfig zu sein und sich nicht zu wehren. Das steckt mir bis heute in den Knochen und so überlasse ich anderen rasch das Spiel, die Leckerli und das Bett. Nur schwächere Mädels verkloppe ich gelegentlich. Aber auch das machen coole Chefs ja eigentlich nicht. Ich weiß. Das ist auch der Grund, warum hier nochmal ein gechillter großer Bruder eingezogen ist und kein zweiter „Heiopei" (O-Ton Meowmy). Ich hoffe, dass ich es irgendwann schaffe, diese Unsicherheiten hinter mir zu lassen und doch auch nochmal so cool zu werden, wie meine großen Brüder.

So oder so danke ich Euch für dieses mega spannende Interview und dafür, dass ihr an uns gedacht habt. Lasst es Euch hier wie dort 💫🌟 weiter gut gehen! -

Es grüßen Eure Komponisten-Kater

Mozart

Mozart und Strauss, ihr habt Euch würdig geschlagen — das sage ich selten, also genießt den Moment. Im Namen des gesamten Teams ein herzliches Dankeschön: Herr Rossi nickt knapp, Lilli hüpft, und unsere Lucy lässt ganz besonders warm grüßen — sie war heute wegen dringender Geschäfte verhindert, hat aber flausch-fern jedes Wort mitverfolgt. 🍀 Wir hoffen, bald wieder von Euch zu lesen. Die Sterne — meine persönlichen Sterne natürlich — leuchten für Euch. 🌌💫

Doc Michel, Geheimagent 007Dreiviertel
im Namen aller vier Katzen von katzen-schwatzen.net 🐾

Michel
Angeber

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Rumänische Straßenkatzen: Leben zwischen Straße und zweiter Chance

Rumänien gehört zu den europäischen Ländern mit der höchsten Zahl an herrenlosen Straßentieren.
Während Straßenhunde in der öffentlichen Wahrnehmung häufiger thematisiert werden, sind Straßenkatzen
mindestens ebenso zahlreich – und weitaus unsichtbarer. Sie leben in Innenstädten, auf Marktplätzen,
in Hinterhöfen und an Stadträndern, gefüttert von einzelnen freiwilligen Helferinnen und Helfern,
oft ohne tierärztliche Versorgung und mit sehr kurzer Lebenserwartung.
Schätzungen gehen in manchen rumänischen Städten von mehreren tausend frei lebenden Katzen aus,
genaue Erhebungen fehlen jedoch weitgehend.

Warum gibt es in Rumänien so viele Straßenkatzen?

Die Ursachen für die hohe Zahl der Straßentiere sind vielschichtig. Historisch war das Kastrieren
von Hauskatzen in Rumänien wenig verbreitet – es fehlten sowohl das Bewusstsein als auch leicht
zugängliche, günstige veterinärmedizinische Angebote.

Katzen, die sich in Kellern oder auf Grundstücken vermehrten, wurden häufig einfach ausgesetzt,
sobald die Würfe zu groß wurden. Hinzu kommt Armut: Viele Haushalte können sich Tierarztkosten
schlicht nicht leisten. Das Ergebnis sind Generationen von Katzen, die auf der Straße geboren
wurden und dort aufwachsen, ohne jemals menschliche Nähe kennenzulernen.

Verschiedene Tierschutzorganisationen versuchen deshalb, durch systematische

Kastrationsprojekte in Rumänien

die Zahl der unkontrolliert geborenen Tiere langfristig zu reduzieren.

Straßenkatzen in Bistrița


Bistrița (auf Deutsch: Bistritz)

ist eine Stadt im nordwestlichen Siebenbürgen mit rund 70.000 Einwohnern – und, wie viele
rumänische Städte, mit einer beachtlichen Straßenkatzenpopulation.

Organisationen wie Katzen aus Bistrița haben sich vor Ort die Aufgabe gestellt,
Straßenkatzen einzufangen, tierärztlich zu versorgen, zu kastrieren und in Pflegefamilien
unterzubringen – zunächst in Rumänien, später vielfach auch per Transport nach Deutschland
oder in die Schweiz.

TNR: Einfangen, kastrieren, zurücksetzen

Kernelement der Arbeit ist das sogenannte TNR-Prinzip:
Trap, Neuter, Return – einfangen, kastrieren, zurücksetzen.

Katzen, die sich nicht sozialisieren lassen, werden nach dem Eingriff an ihren gewohnten Ort
zurückgebracht, können dort aber keine Nachkommen mehr bekommen. Auf diese Weise soll die
Population frei lebender Katzen langfristig und tierschutzgerecht stabilisiert und reduziert werden.

Auch Organisationen wie

NetAP

setzen in Rumänien auf Kastrationen als zentrale Maßnahme zur nachhaltigen Verbesserung
der Situation von Straßentieren.

Von Rumänien in ein neues Zuhause

Die Transportwege nach Deutschland sind organisatorisch aufwendig und emotional nicht immer einfach.
Katzen reisen in Transportboxen, oft viele Stunden oder über Nacht, bevor sie bei ihrer neuen Familie
ankommen.

Viele von ihnen haben zuvor noch nie in einer Wohnung gelebt, kennen keine Katzentoilette,
kein geregeltes Füttern und keine Streicheleinheiten. Die Eingewöhnungszeit kann Wochen oder
Monate dauern.

Gleichzeitig berichten Adoptiveltern immer wieder, wie schnell auch ehemals scheue Straßenkatzen
auftauen – und wie tief die Bindung wird, die in dieser gemeinsamen Annäherung entsteht.
Auch deutsche Tierschutzseiten vermitteln regelmäßig

Katzen aus Rumänien
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Wie kann man Straßenkatzen in Rumänien helfen?

Wer die Tierschutzarbeit in Rumänien unterstützen möchte, hat mehrere Möglichkeiten:
Direktspenden an lokale Organisationen helfen dabei, Kastrationen und tierärztliche Versorgung
zu finanzieren. Pflegefamilien werden regelmäßig gesucht, die Katzen auf dem Weg in ihr neues
Zuhause begleiten.

Einen Einblick in die Situation und verschiedene Hilfsprojekte gibt beispielsweise auch

Cats Need Us
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Und wer selbst eine Katze aufnehmen möchte: Rumänische Straßenkatzen tragen oft eine Geschichte
in sich, die man nicht kennt – aber eine Gegenwart, die man gestalten kann.