Interview mit Kater Leo zum Hochwasser

Dienstag, 20. Jul 2021 | Allerlei

Guten Tag, Herr Rossi!
Die letzten Tage habe ich mit Frauchen Nachrichten geschaut und da kamen furchtbare Bilder von überschwemmten Häusern. Es wurde auch von vermissten Tieren berichtet. Ich bin total erschrocken. Gott sei Dank bist du o.k. Hast du eine Idee, wie wir helfen könnten?

Liebe Lucy, ich habe einen Freund, Kater Leo, der mitten im Hochwassergebiet lebt. Lass uns ein Interview mit ihm führen. Er ist hautnah dran und weiß bestimmt am besten, was momentan am Dringendsten benötigt wird.

Herr Rossi, das ist eine super Idee von dir! Können wir ihn gleich zu unserem Gespräch hinzuziehen?

Na klar, einen kurzen Moment… Hier ist er!
Lieber Leo, seit Tagen verfolgen wir die schrecklichen Meldungen zu der Unwetterkatastrophe in Deutschland. Du lebst in der Eifel. Die Eifel ist auch sehr schlimm betroffen. Geht es dir gut? Hast du etwas mitbekommen von den schrecklichen Ereignissen?

Kater Rossi

Das ist unser Kumpel Leo, ein Kater aus der Eifel.
Ein Freigänger, wie man sehen kann.

Hallo Ihr Beiden, mir geht es soweit gut, denn mein Domizil befindet sich abseits des Hochwassers auf einem Berg. Bei meinen Streifzügen habe ich schon das ein oder andere mitbekommen.
Als erstes fiel mir ein merkwürdiges Rauschen auf. Ich konnte es mir zunächst gar nicht erklären. Während der starken Regenfälle habe ich immer irgendwo einen Unterschlupf und warte einfach ab, bis ich mich anschließend wieder von meinen Menschen verwöhnen lasse.
Diesmal war es ganz anders, das Rauschen hielt auch nach Ende des starken Regens an.
Meine Menschen konnten aus der oberen Etage unserer Behausung sehr weit sehen – bis zur Kyll. Hier bei uns plätschert die Kyll eigentlich als kleines Flüsschen durch die Orte. Aber seit Mittwoch/Donnerstag ist aus der Kyll ein reißender Strom geworden.

Oh wie schrecklich und beängstigend, Leo! Ich denke, du bist anschließend gleich heimgerannt zu deinen Menschen, um sie zu warnen.

Bei euch im Haushalt gibt es noch mehr Tiere. Diego, der Hund und Wellensittiche. Geht es ihnen auch gut?

Danke Ihr Miezen, auch sie sind o.k. Ich habe Diego und auch Ernie und Bert sofort davon berichtet, denn grad die Wellensittiche kommen ja nicht soweit herum wie ich, erst recht nicht, wenn es regnet.

Tiere sind oft sehr sensibel für Dinge, die in der Umwelt geschehen. Bist du irgendwie anders als sonst? Oder deine Mitbewohner?

Ich habe meine Menschen beobachtet. Wie immer habe ich versucht, sie mit meinem “Mauuuuu” aufzumuntern und auf mich aufmerksam zu machen. Aber dieses Wasser ist viel zu bedrohlich. Ganze Menschenbehausungen, Autos, Brücken, Hundehütten, Kuhställe, Pferdehöfe, Hühnerhäuser… alles ist einfach so vom Wasser weggerissen worden. Menschen und Tiere mussten um ihr Leben kämpfen. Viele werden vermisst und viele sind im Wasser umgekommen.

All die armen Katzen und Kater, die jetzt ihre Frauchen und Herrchen suchen. Und die, die ihr Revier mittels Transportkorb verlassen mussten… wie sie sich wohl fühlen? Sie haben bestimmt große Angst! Gibt es eine Möglichkeit zu helfen? Hast du eine Idee?

Meine Menschen denken sehr viel darüber nach, wie sie helfen können und sie haben auch Spenden gesammelt. Für die, denen es jetzt wirklich schlecht geht. Natürlich müssen die Menschen sich gegenseitig helfen und auch uns Tiere vergessen sie nicht.
So viele Katzen, Hund und viele anderen tierische Kollegen… manchmal suchen die Menschen ihre tierischen Freunde und ein anderes Mal irren Tiere durch die Straßen und finden ihr Zuhause und ihre Menschen nicht mehr. Hier bei mir in der Nähe ist das “Haus der Hunde”, da sind zum Beispiel einige Hundefreunde untergekommen, bis ihre Besitzer gefunden werden. Auch andere Hilfestellen für Tiere gibt es, zum Beispiel der Verein “Hofzeit”, die auch Tiere aufnehmen und in die schlimmsten Gebiete fahren. Überall sind ganze Läden und Geschäfte kaputt und somit kann dort auch kein Futter mehr verkauft werden.

Wie du sagst, viele Tiere sind jetzt ohne Zuhause, die Menschen können sich kaum um sie kümmern. Meine Freundin Lauserin Lucy und ich wollen unbedingt etwas tun. Was ist aus deiner Sicht jetzt am wichtigsten?

Für die Menschen und die Tiere ist es jetzt erst einmal am Wichtigsten, dass sie mit dem Nötigsten versorgt werden. Zuerst mal Essen und Trinken, am Anfang ist es sicherlich gut, wenn sich viele zusammen tun und dann Futter kaufen.
Aber bitte nicht alle mit den Autos hinfahren, gebt die Sachen bei denen ab, die von Organisationen aus genau wissen, wo die Menschen und Tiere gerade ganz dringend etwas brauchen. Aber Geld wird auch ganz dringend benötigt, besonders bei denen, die jetzt viele hilflose Tiere aufnehmen und versorgen. Es muss Futter gekauft werden, manche brauchen vielleicht Medizin, Ställe, Zäune… auch die Tiere sind verängstigt und brauchen jetzt liebevolle Zuwendung. Das geht nur, wenn die Helfer vor Ort unterstützt werden und genug zu Essen für alle da ist.

Bestimmt brauchen sie dringend etwas zu fressen. Und ein warmes Plätzchen. Und viele Streicheleinheiten. Da ich nicht selber vor Ort sein kann, denn ich bleibe immer in meinem Revier, müssen wir eine andere Lösung finden: Wie wäre es, wenn wir unsere Menschen in den Fuß zwicken und sie bitten, uns zu helfen? Menschen sind mobiler und können größere Strecken zurücklegen. Ich kann ja Mäuse jagen und Frauchen bitten, diese in die betroffenen Gebiete zu bringen.
Oder ich spende mein Lieblingsdosenfutter. Herr Rossi, frag du bitte dein Frauchen, die hat doch immer so kluge Ideen! Die kennt sich auch mit dem Internet aus. Vielleicht können wir sammeln?

Ich will dabei die Menschen nicht vergessen! Aber im Moment sage ich, helft den Menschen und denkt auch an die Tiere, denn ihr Zweibeiner und wir… wir gehören zusammen!
Voller Begeisterung über den Zusammenhalt und voller Hoffnung grüßt euch Leo aus der Eifel

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch, Leo! Ich werde jetzt sofort mein Frauchen bitten, eine Spendensammlung ins Leben zu rufen. Details gibt es auf unserer Homepage: An die Arbeit, Lucy, es gibt viel zu tun!

Ja, ich miaue erst einmal auch mit meinem Frauchen. Sie soll auch mithelfen! Danach schaue ich, ob ich was zum Fressen finde, das ich spenden kann. Danke, lieber Herr Rossi und lieber Leo, für das ausführliche Gespräch.